Interview: Popconnection

21. Juni, 2007

Ein Interview mit Markus gibt es hier zu lesen:

http://www.popconnection.de/db122.html

Einfach ein bisschen runterscrollen


Never Got Tatooed – Blueprint Fanzine

16. Mai, 2005

Noch nie von SCUT gehört, aber ein Freund des etwas seichteren Indie-Rocks? Dann bitte unbedingt weiterlesen und anschließend in den Plattenladen rennen und anhören!

Quelle: Blueprint-Fanzine.de

- eine weitere schöne Plattenkritik, gefolgt von einem weiteren interessanten Interview:

hier klicken


Never Got Tatooed – Crazewire

1. Mai, 2005

… 10 Songs, 10 Hits. Das ist die Platte, die Readymade am Ende Ihrer Bandgeschichte bestimmt gerne noch mal hin bekommen hätten, aber nicht haben…

Quelle: Crazewire.de (Artikel leider nicht mehr vorhanden)

- der kleine Seitenhieb gegen readymade sei ihnen verziehen, vor allem, wenn man dann noch auf so schöne Interviews stößt:

(Artikel leider nicht mehr vorhanden)


Laut und Raus

26. Januar, 2004

Da es das Fanzine Laut und Raus nicht mehr gibt, hier der komplette Artikel. Nur leider ohne Bilder, die muss ich nachträglich mal irgendwie einfügen:

Making Friends

Sonntag, 7.12.2003, kurz nach 16 Uhr. Angekommen irgendwo im Nirgendwo. Naja, nicht ganz. Wir stehen am Rande von Mainz auf einem Parkplatz und steigen aus dem Auto. Ein kurzer Anruf und ein paar Minuten später werden wir abgeholt zum eigentlichen Zielort: dem Proberaum von Scut.
Sie sind nicht die einzigen, die an einem Sonntag Nachmittag in dem großen, alten Gebäude, in dem sich ein Proberaum an den anderen reiht, spielen. Wovon man aber nichts mitbekommt, sobald die Tür hinter einem zu ist. Passend zur Jahreszeit steht ein Weihnachtsbaum auf dem Fensterbrett, das Licht ist gedämpft und 3/4 der Band (Schlagzeuger Rainer hatte leider keine Zeit) spielen ungewohnt ruhige Melodien. Sie arbeiten gerade an ihrem ersten Akkustikset, welches sie für den Eröffnungsabend einer neuen Party im Wiesbadener Nomono proben.
Während wir es uns auf dem Sofa gemütlich machen sitzen die drei im Halbkreis auf ihren Amps und Hockern und proben hauptsächlich Songs aus ihrem regulären Live-Set wie Kellerdisco, Never Should Have Gone Out oder Teenage Bore. Letzterer klingt mit der Glockenspieleinlage von Regine richtig Weihnachtlich. Und weil der Auftritt ein Freundschaftsdeal ist, holen sie sogar zwei ganz alte Stücke hervor.

~ * ~

Scut sind aus Wiesbaden und dürften aufmerksamen Laut und Raus-Lesern bereits ein Begriff sein. In ihrer jetzigen Besetzung existiert die Band seit 2001, aber die Bandbiografie fängt eigentlich schon viel früher an…
Samel (Leadgitarre) und Markus (Gesang/Gitarre) lernten sich ungefähr 1998 über einen gemeinsamen Bekannten kennen, mit der vagen Absicht gemeinsam musikalisch etwas auf die Beine zu stellen. Schließlich hatten doch beide schon Vorerfahrungen aus anderen Bands. Das erste Jahr verbrachten sie allerdings nur damit zusammen um die Häuser zu ziehen.. Doch so fanden sie schnell heraus, dass sie musikalisch auf einer Wellenlänge lagen. Über ein Inserat fanden sie mit Pamela und Daniel eine Schlagzeugerin und einen Bassisten, die zu ihnen passten uns so gründete sich Sono.
Nach 2 ½ Jahren, ein paar Live Auftritten und einer 4-Track-EP kam es leider zum Split, und so standen Markus und Samel wieder ohne Rhythmusfraktion da. Sie entschieden sich für’s erste alleine weiterzumachen. Schlagzeug und Bass kamen erstmal vom Computer, aber zumindest hatten sie einen Proberaum. Dort gingen in der folgenden Zeit viele Musiker ein und aus, bis sie schließlich mit Rainer einen erfahrenen Schlagzeuger fanden, der musikalisch und menschlich zu ihnen passte. Und das Freundschaft in einer Band wichtig ist, zeigten Scut dann nicht zuletzt mit der Wahl ihrer Besetzung am Bass. Regine hatte nämlich gerade erst mit dem Bassspielen angefangen, als sie die Band schließlich komplettierte. Markus setze sich mit ihr hin und übte, bis sie überhaupt so weit war im Proberaum mitzuspielen.
Die Geduld zahlte sich aus, denn die Band funktionierte.
So gewannen sie im August 01 – ihr drittes Konzert in dieser Formation – den Big Star Wettbewerb in Rüsselsheim und produzierten 2002 ihre erste EP. Pünktlich zu readymades „They Call It Trash, We Call It Rock’n’Roll“-Tour, bei welcher sie sechs Konzerte im Vorprogramm mitspielten. Das Feedback war überwiegend positiv, ihre EPs verkauften sich wie warme Semmeln.
2003 gab es dann zwar keine weitere Tour, dafür aber zwei Konzerte im Vorprogramm von Nova, und Auftritte auf diversen Festivals. Dazu gehörte auch das Out of Ordinary, bei dessen Bookingagentur sie wenig später unterkamen. Etwa zur selben Zeit begannen sie mit der Vorproduktion zu ihrer zweiten EP, für die sich sich momentan noch im Studio befinden.

~ * ~

Es ist schon dunkel geworden, als wir schließlich auf dem Weg zu einem nahegelegenen Cafe sind, um das zu tun, wofür wir den ganzen Weg gekommen sind: der Band ein paar Fragen zu stellen.

Chrissy: Wenn ihr Live spielt, spielt ihr als Opener Kellerdisco, der ja noch aus Sono-Zeiten stammt. Wo fängt denn jetzt eure Bandbio an: Sono oder Scut?

Markus: Bei Scut. Sono war eine ganz andere Geschichte. Die beiden anderen Musiker, die dabei waren, haben das sehr stark mit beeinflusst und dadurch dass sie nicht mehr mit am Start sind klingen wir jetzt auch ganz anders. Die Lieder, welche wir „mitgenommen“ haben ließen sich ganz deutlich was das songwriting angeht mir oder dem Samel zuordnen und waren einfach zu gut als dass wir sie nicht mehr spielen wollten.

Chrissy: Aus welcher Motivation habt ihr angefangen eure Instrumente zu spielen? Was war da so der ausschlaggebende Punkt?

Regine: Ich hab vorher ganz viel getanzt. Ich hab Ballett gemacht, Stepptanz und alles mögliche. Dann hatte ich eine Knieverletzung und der Arzt hat gesagt, dass ich das nicht mehr machen darf. Darum hab ich halt angefangen nach irgendeinem Ersatz zu suchen. Ein Bass hat vier Saiten, dann hab ich gedacht, wenn ich nicht mehr selbst was tänzerisches machen kann, dann will ich halt wenigstens Musik machen. Und so hab ich halt angefangen.

Samel: Als Teenie bin ich einem Pfadfinderverband beigetreten, weil mich ein Klassenkamerad mitgeschleift hat. Und wie das halt so ist, man geht Zelten, man sitzt abends am Lagerfeuer, mit Gitarre und singt Lieder… das fand ich dann irgendwie sehr faszinierend.
Ich hab dann auf der Gitarre meiner Schwester spielen gelernt. Meine Mutter hat mir den Unterricht finanziert und 86 oder 87 habe ich mir die erste E-Gitarre zugelegt.
So ging’s halt immer weiter.

Markus: Der Freund von meinem Bruder hatte eine Gitarre. Er ist mit der zu uns gekommen und hat sie vergessen. Darauf hab ich dann mal rumgeklampft und hab ihn gefragt, ob ich sie länger haben könnte. Zusammen mit einem Beatles-Songbuch hab ich die dann ausgeliehen und hab angefangen damit zu spielen und zu singen, weil die Akkorde allein nach nichts klingen.
Ich hab von Anfang an halt immer gleich dazu gesungen und dann völlig desolat Gitarre spielen können. Und ich hab auch noch am Anfang von Sono richtig scheiße gespielt. Aber inzwischen geht es eigentlich. Für eine Rhythmusgitarre ist es ok, denk ich.

Chrissy: Wovon handeln die Songs, meistens?

Markus: Von mir. Wenn man sich die Texte anschaut ist es schon ein abgestecktes Feld. Es ist in der Regel sehr ichbezogen. Ab und zu wurde ganz bewusst das “ich” durch “du” ersetzt, aber auch einfach nur aus Spielerei. Es ist immer eigener Kram. Also keine Message. Keine politische Aussage, keine Geschichten erzählen, keine Besserwisserei, sondern eher ich und meine Welt.

Chrissy: Autobiografisch?

Markus: Nee, eigentlich nicht mal autobiografisch. Eher den Gesang als Instrument benutzen und das dann irgendwie in einen Stil umsetzen, der weder peinlich klingen noch angreifbar sein soll. Also das klassische, englische Gitarrenzeug in den 90ern. Die haben ja auch Texte gehabt, die nicht wirklich greifbar waren und die es auch bewusst nicht sein sollten.

Britta: Ihr habt ja alle normale Jobs. Wie schafft ihr das beides unter einen Hut zu bringen?

Regine: Disziplin. Du musst dir einfach ganz klar sagen “dann und dann proben wir”. Wir versuchen das so zu legen, dass jeder Zeit hat. Das macht auch viel die Kommunikation untereinander aus. Ich kenne das von anderen Bands, die dann nichts richtig verabreden. Dann kriegt es einer nicht mit und so verläuft sich das im Sand. Um dem entgegenzuwirken, ist es halt einfach wichtig, dass man sich ganz bewusst sagt “dann und dann müssen wir auch das und das machen.”

Britta: Habt ihr euch ein striktes System gebastelt, wie ihr das handhabt, oder..?

Markus: Ich glaube, von außen betrachtet ist es schon ein leicht spießiges System. Aber es funktioniert für uns nur auf die Art. Die Regine hat einen Vollzeitjob, der Samel studiert und arbeitet parallel. Er hat im Gegensatz zu uns zwei Baustellen, die man ja auch untereinander koordinieren muss. Ich habe eine 60 bis 70 Stunden Woche in meinem Job und der Rainer ist selbständig. Es geht einfach nur mit einer gewissen Spießigkeit. Und dann ist da das gemeinsame Interesse was zu machen. Vom musikalischen Können sind wir nicht an einem Punkt, dass man so ab und zu mal probt oder sich eine Probe vor dem Konzert trifft. Das könnte der Samel machen, aber der Rest der Band, bei dem funktioniert das definitiv nicht. Außerdem ist das ja schön. Ich mein, andere Leute treffen sich dann zweimal die Woche zum Schachspielen, oder zum Volleyball spielen oder was-weiß-ich-was und wir treffen uns halt zweimal die Woche im Proberaum und fertig.

Samel: Für jeden einzelnen ist das natürlich stressig. Man hat einen Job und die Musik und noch andere Baustellen im Leben. Aber gut, da ich Musik machen will, nehme ich mir die Zeit dafür. Egal wie.

Britta: Ihr hattet das gerade schon so ein bisschen angesprochen, wo sind da die Vor- und Nachteile? Dass ihr auf der einen Seite euren Job habt, und dass ihr die Musik macht.

Markus: Mit der Art von Musik kannst du dich definitiv nicht finanzieren. Aber so hast du immer das Beste aus beiden Welten. Das heißt, wenn dein Job nicht so gut läuft, dann hast du immer noch die Musik, und umgekehrt. Und ich find die Kombination eigentlich perfekt, wenn dieser Stress nicht wäre. Wenn ich jetzt einen cooleren Job hätte, dann könnte man noch so ein bisschen mehr mit der Musik machen.

Regine: Es hört sich jetzt zwar komisch an, aber es macht einen ein bisschen freier, als wenn man denkt “ohh, ich hab nur die Musik und wir müssen jetzt irgendwie davon leben”. Zwar macht es unfrei, insofern als das wir nicht so viel Zeit haben oder das nur so spontan machen können, aber auf der anderen Seite sind wir halt nicht davon abhängig. Wir können das machen, weil wir es wollen und weil es und Spaß macht. Und nicht, weil wir es müssen. Es klappt aber auch nur, wenn das für alle zutrifft. Also nicht dass da einer ist, der halt wirklich nur Musiker ist, und der dann sagt “ich will aber viel öfter spielen, wir müssen das und das noch machen”, sondern wir haben alle ungefähr dieselben Ausgangsvoraussetzungen.

Samel: Es geht ja auch um den Spaß. Wie live spielen. Zum Beispiel die Tour mit readymade, das sind solche außergewöhnlichen Dinge im Leben, die nimmt man mit und die vergisst man nicht mehr. Im Alltag ist das natürlich auch Stressabbau. Und wenn man eine Urlaubsphase hat und man spielt drei Wochen gar nicht, dann merkt man nach zwei Wochen auch schon, dass einfach etwas fehlt.

Britta: Dann ist es ja so, ihr organisiert euch ja als Band, bei allem was ihr macht, selber. Bzw., jetzt habt ihr ja das Out of Ordinary Booking.. das ist so richtig, ja? Das die da für euch…

Markus: Also das Out Of Ordinary Booking ist eine Bookinggeschichte, die gerade am Start ist. Die haben uns bei dem Festival spielen lassen und uns diesen einen Gig in Limburg organisiert. Wir sind parallel im Gespräch mit einer anderen Booking-Agentur, die schon etwas größer ist. Das zieht sich jetzt aber hin. Der mit dem ich gesprochen hab, der findet die CD super. Und er findet unsere Bedingungen OK.

Britta: Wie seid ihr am Anfang an Gigs gekommen, oder wenn ihr mal im Radio seid… habt ihr untereinander eine bestimmte Aufgabenverteilung, was das Bandinterne angeht?

Markus: Es war komischer Weise so, dass eigentlich die Leute von Anfang an auf uns zugekommen sind. Ob das Leute von einem kleineren Radio waren, oder von XXL. Wir haben echt relativ wenig gemacht. Mit readymade, das war ein Freundschaftsding, weil das Freunde vom Samel sind.

Samel: Es fing, glaub ich, schon damit an, das wir ein bisschen planlos waren, und erst mal gucken mussten was überhaupt passiert. Größtenteils war es auch so, dass man von der Bühne weg angesprochen wird. Dass eben jemand kommt und findet es gut, wie so der Tino, der dann wiederum jemanden kennt, der bei der Spex arbeitet.
Also über Mundpropaganda, und dann natürlich auch über Eigeninitiative.

Regine: Kontakte knüpfen ist halt super wichtig.

Britta: Wenn ihr irgendwo spielt, oder wenn ihr irgendwas macht, wie macht ihr das Publik? Geht ihr dann.. weiß ich nicht.. selber los und plakatiert, oder erzählt ihr das den Leuten wer ihr seid, wo ihr seid und was ihr macht?

Regine: Publik machen wir das dann eigentlich nur über unsere Internetseite und über den Newsletter.

Markus: In der Regel macht das auch der Veranstalter. Also, die romantische Vorstellung, dass wir mit Plakaten nachts durch Wiesbaden rennen würden… (lachen)

Samel: Das ist ja das positive. Diese Phase haben wir klassisch übersprungen. Also, dass man sich in seiner Heimatstadt organisiert und Wände plakatiert hört man von vielen Bands. Das haben wir eigentlich nie gemacht. Glücklicher Weise sind Leute auf uns zugekommen, die uns das ein bisschen hingelegt haben. “Supportet doch da und da”, und sowas. Wir sind da mitgezogen worden.

Markus: Für uns ist es ja auch relevant irgendwo als Vorgruppe zu spielen. Wen interessiert das, wenn das Publikum mit einer komplett neuen Band bombardiert wird, die den Abend füllen soll. Ich kenn das nur von mir selber. In der Regel ist das scheiße. Du findest dann drei, vier Lieder gut, und wenn das nur neue Lieder sind, dann ist es doof. Deswegen wollen wir gerne Vorgruppe spielen, weil das entspannter ist.

Samel: Das sind Sachen, die ich für 2004 ändern will. Dass da mit der CD einfach auch mehr passieren wird, wir auch irgendwann mal unsere eigenen Dinge aufziehen und wir mal supportet werden.

Britta: Wie war das denn bei euren ersten Konzerten? Sind da zum Beispiel aus vorherigen Bands Fans mit rüber gekommen oder waren das am Anfang mehr Freunde, Bekannte, oder Leute, die zufällig da waren und euch zufällig mitbekommen haben?

Markus: Das sind schon Leute aus Sono-Zeiten gewesen, die dann danach kamen und sagten “hey, ist ja cool” und “das ihr weitermacht, das finden wir klasse”. Aber ansonsten spielt es sich schon im Freundes- und Bekanntenkreis ab, die dann natürlich Gott sei dank so loyal sind. Ich glaub, da hätten wir auch Techno machen können, und der Carsten wäre trotzdem noch gekommen.

Samel: Man ist ja nicht publiker als nur im Wiesbaden/Mainzer-Raum gewesen. Als Sono auseinander ging hatten wir ja auch eine kleine CD. Die Leute, die wussten um was es da überhaupt ging, die kamen wieder oder sind zufällig reingestolpert, und denen hat es gefallen.

Markus: Aber es war nicht auf dem Level, dass man hätte hinschreiben können “Samel (ex-Sono, jetzt Scut)”

Britta: Letztes Jahr habt ihr readymade supportet, und dieses Jahr Nova auf zwei Gigs. Hat sich dadurch etwas verändert, sowohl was die Leute betrifft, die da jetzt hinkommen, oder euren Bekanntheitsgrad?

Markus: Vom Bekanntheitsgrad ist es lustig zu sehen, dass Leute sagen, sie kennen das, wenn man mit ihnen spricht. Das ist der Regine jetzt erst wieder in Hamburg passiert.

Regine: Oder jetzt in Berlin. Wenn ich erzähle, dass ich auch in einer Band spiele, dann ist es manchmal so, dass die Leute zwar noch nicht so weit sind, dass sofort sagen “ach ihr seid das!” …

Markus: Das war zum Beispiel auch so, als die Rebecca von der Spex das in der Redaktion im Hintergrund laufen gelassen hat. Ihr Chef kam an und sagte “das ist aber ganz schön, was ist denn das noch mal?” Als sie Scut sagte meinte er, dass hat er auch schon mal irgendwo gehört.

Britta: „Schonmal gehört“ ist ja eine Sache, aber habt Möglichkeit in größeren Clubs zu spielen, weil Leute wegen euch da jetzt extra hinkommen…

Markus: Also, wir können jetzt nicht nach Berlin fahren und ernsthaft denken, dass jemand wegen uns kommt, weil wir ein Plakat aufhängen. Aber das trifft auf andere Bands zu. Readymade ist natürlich als Liveband sehr etabliert. Die können jetzt, ohne eine neue Platte draußen zu haben, locker 500er Hallen füllen. Das ist bei uns nicht der Fall.

Samel: Wir haben durch die Konzerte Selbstbewusstsein gewonnen. Ich glaube, wir können überall hinstellen, das trauen wir uns einfach zu.
Es ist halt eine Referenz. Wenn man sich bewirbt oder vom Booking jemand fragt, ob wir irgendwo spielen können, dann möchte der Veranstalöter wissen was wir schon vorher gemacht haben. Ich denke mal, dass wir schon spieltauglich genug sind, dass diese Namen, für die wir eröffnet haben, uns weiterbringen. Und auch schon weitergebracht haben, letztendlich. Man wird auf jeden Fall ernst genommen.

Jeannie: Ihr nehmt ja jetzt eure zweite EP auf. Wie weit seid ihr denn?

Markus: Wir haben jetzt die ganzen Basic-Tracks drin. Also Bass, Schlagzeug, die Grundgitarren und wir haben eine Schmutzspur Gesang gemacht. Das heißt wir haben dort, wo Gesang ist, in einer halben Stunde einfach reingesungen.
Aufgenommen haben wir wieder im Zentralstudio im Mainz, beim Tobias Paldauf. Der Daniel Riedl produziert das wieder, und der Zac der wollte dann zusammen mit dem Samel die Leadgitarren machen. Ein bisschen coachen und mit Sounds rumspielen. Das ist aber noch nicht ganz spruchreif. Dadurch, dass die beiden jetzt gerade in den letzten Zügen mit der Tobacco-Platte liegen hat sich das verschoben.
Wir sind seit sechs Wochen fertig mit diesen Basic-Tracks und hatten eigentlich gehofft, dass es jetzt schneller geht.

Samel: Also 60% haben wir.

Markus: Wir haben einen Roughmix bekommen, nur mit dem Gesang und finden, dass wir absolut nix falsch gemacht haben. Von drei Liedern kann man schon sagen, dass die sehr gut werden, wenn wir jetzt keine Fehler machen. Bei einem wissen wir nicht, ob das so richtig war das jetzt aufzunehmen, und eins wo wir jetzt schauen müssen, ob das der Riedl noch mit irgendeiner lustigen Idee rausreissen kann.

Jeannie: Welche Songs werden in etwa draufkommen?

Markus: Also “Undecided” wird drauf sein, es wird “Aspirin” drauf sein…

Regine: ….”Bad Hair Day”…

Markus: …”A.O.K.” und “Elvis Died When He Joined The Army”. Das sind die fünf Lieder. Und das sind auch so die letzten Neuen.

Jeannie: Ist die EP wieder in Eigenproduktion oder sind da schon Labelgeschichten am laufen?

Markus: Wie sind mit zwei Labels in Gesprächen und wir haben im Prinzip von einem Label eine feste Zusage, ohne dass sie es gehört haben. Wenn wir das Ding mal im Kasten haben. Daran könnte es noch scheitern.

Samel: Die Produktion läuft noch in Eigenregie.

Markus: Das Label unterstützt uns rein in der PR und beim Vertrieb.

Samel: Die warten eher auf die CD, sozusagen.

Markus: Also es wird uns keiner finanziell unterstützen.

Jeannie: Und wie sieht die Zukunft für Scut aus?

Markus: Wir in den Startlöchern mit der Platte. Ich glaub, dass wir was sehr gutes gemacht haben. Dann hoffen wir halt, dass die im Januar fertig ist und dass wir dann, wie gesagt ein Label am Start haben – welches auch immer das sein sollte. Und in den Osterferien wollen wir noch mal eine Minitour machen und schauen. Die soll dann auch schon ein bisschen mit PR begleitet werden. Also vier, fünf Konzerte. Eins in Hamburg, über den Benedikt in irgendeiner schönen Kneipe, eins in Berlin über hoffentlich Solarscape oder die Jungs, die wir beim Delbo-Konzert kennengelernt haben.
Der eine vom Merchandising-Stand hat im übrigen eine sehr geile Band am Start. Geheimtip Nils! Mal reinhören.. ich glaub, die findet man noch gar nicht online.
Die nächsten Schritte sind halt… eventuell noch mal viele neue Lieder hinkriegen. Es ist nur zeitlich immer ein Problem an denen zu arbeiten. Sonst packen wir von beiden EPs einfach jeweils vier auf eine Platte, und machen noch drei, vier neue Sachen, anstatt noch mal eine EP zu veröffentlichen. Das wär’ dann aber 2005.

Britta: Generell war’s das soweit, gibt’s sonst noch irgendwas, dass ihr loswerden wollt?

Markus: Bands die wir gut finden. Nils!! Und die Tonträger aus Frankfurt/Wiesbaden.

Chrissy: Von denen hab ich mir mal was runter geladen im Netz, aber wo bekommt man die Alben von denen?

Markus: Über uns, theoretisch. Oder auf Konzerten. Die spielen bald ein paar mit Astra Kid, was natürlich super gut passt. Das steht aber auch alles auf deren Homepage: www.tontraeger-rockt.de.

Samel: Die könnt ihr auch direkt eigentlich anmailen, wegen Platten.

Markus: Tonträger, da spielt ja die Janis, die Freundin vom Rainer Bass.

Und so reden wir noch ein wenig über Bands, Jeannie wirft die Frage ein, ob sie sich vorstellen könnten Tobacco zu supporten, was im ersten Moment auf fragende Gesichter stößt, da sich die Stile der beiden Bands doch etwas unterscheiden.
Wir sitzen noch ein Weilchen im Cafe bevor sich die Runde auflöst und wir uns alle auf den Heimweg machen.


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